Die Zeugen Jehovas der Küchengeräte

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Die „Zeugen Jehovas für Küchengeräte“ hatte ich mir anders vorgestellt. Irgendwie nicht so sympathisch und unaufdringlich. Genau so wirkt die Frau aber, die mit zwei riesigen schwarzen Koffern vor meiner Haustüre steht. Darauf das unverkennbare Emblem und Grund Ihres Besuches: Nein ich meine nicht Tupper Ware, ich meine Thermomix. Warum ich sie überhaupt eingeladen habe – tja die Geschichte beginnt vor ca. 3 Jahren …

Ich war gerade in die Nähe von München gezogen und hatte da jemanden an der Backe … eine ziemlich aufdringliche und leider langweilige Vertreterin des weiblichen Geschlechts, der ich, aus geografischen Gründen, mehr schlecht als recht aus dem Weg gehen konnte. Jedenfalls hatte die Dame einen Thermomix – aber leider sonst wenig Talent oder Verstand zum Kochen. Ich gestehe! Ich ließ mich hinreißen. Zu einem ziemlich platten Vorurteil. Der Thermomix ist also was für Leute die nicht kochen können! Damit war das Thema für mich erstmals erledigt.

In einem Sommerurlaub in einer entzückenden kleinen Pension am schönen Wörthersee, traf ich ihn dann wieder. Er stand unschuldig in der Pensionsküche und grinste mich an. Ich hatte nämlich nach dem Rezept für eine umwerfende Pflaumenmarmelade gefragt. Die Pensionswirtin ließ mich freudig an ihrem Einkochrezeptschatz teilhaben – aber nicht ohne auf die, für sie unverzichtbare, ultimative Küchenhilfe hinzuweisen. Sie pries den Thermomix in den höchsten Tönen, immer ein verzücktes Lächeln auf den Lippen. 30 Minuten später war ich nachdenklich und um ein umfassendes Prospekt des Wunderdings reicher.

Wieder ein paar Monate später fühlte ich mich dann schlichtweg verfolgt – in der Küche meiner lieben Freundin Sandra stand er doch glatt auch! Jetzt war ich nicht nur nachdenklich sondern neugierig. Sandra und ihr Mann Markus sind nämlich erstens leidenschaftliche und zweitens ausgezeichnete Köche. Was zur Hölle machen also ausgerechnet diese Beiden mit dem Ding? Jetzt wollte ich es wissen. Ich wurde mutig. Nach ein paar Klicks im Internet und der Bekanntgabe meiner Daten hat sich dann eine sehr sympathische Dame gemeldet um, wie sie sagte, all meine Zweifel auszuräumen. Ich blieb skeptisch. Ich war kampfbereit. Ich wollte es genau wissen. Sie sollte mir also zeigen, wie der Thermomix mit Hefeteigen (für Brot, Pizza und Kuchen) fertig wird und ob er imstande ist, Butter Zucker und Eier so schaumig aufzuschlagen, dass das Ergebnis eine wunderbar fluffige Biskuitrolle ergeben würde. Die Dame am Telefon war seltsam entspannt. Ich sollte nur die nötigen Zutaten zu Hause haben und vom Rest könnte ich mich dann live überzeugen. Die hatte Mut!

Es ist ja so, ich kann heute zu einem Elektronikmarkt fahren und mir ein solches Multifunktionsgerät kaufen. Beraten wird mich wahrscheinlich ein netter Herr, der von Kochen und Backen wenig bis keine Ahnung hat, mir aber trotzdem das Blaue vom Himmel verspricht. Zu hause angekommen merke ich dann, das das Gerät nicht mal ansatzweise hält was es verspricht und entsorge es dann, nach ein paar Fehlversuchen, in der hintersten Ecke meiner Küchenschränke. Da hatte ich doch schon ein wenig Respekt vor der „Thermomixfrau“, dass sie sich so mir nichts dir nichts in meine Küche traut um mir die Werbeprospektversprechungen auch zu beweisen.

So stehen wir also hier. Sie hebt mir einem Handgriff die Zaubermaschine auf meine Arbeitsfläche und ich krame nach den Zutaten. Es wird spannend. Das Gerät sieht ein bisschen anders aus als das von Sandra. Es ist schon die neue Generation mit Touch Screen und Rezeptchip. Ist ja nett, aber ich bin immer noch skeptisch. Wir kippen die Zutaten in die Schüssel, wählen das Programm und haben plötzlich 12 Minuten Zeit. Wir plaudern, blättern uns durch die Thermomixkochbücher und warten. Es piepst, meine Ansprechpartnerin lächelt milde und weist mich an, das Ergebnis zu begutachten. Ich bin – nach Öffnung des Deckels – schlicht sprachlos. Das kommt selten vor, sehr selten. Die Masse ist nahezu perfekt. Das Ergebnis ein Traum. Ein paar Minuten später kann ich mich vom fertigen Hefeteig überzeugen. Ebenso perfekt. Ebenso völlig mühelos und zeitUNintensiv für mich wie der erste Teig.

Das sind jetzt aber nur zwei Möglichkeiten von vielen! Das Wunderding kann Dampfgaren, Mixen, Kneten und den Kochlöffel schwingen – im wahrsten Sinne des Wortes. Tja was soll ich sagen, ich hab ihn bestellt. Das Teil ist teuer ohne Ende, trotzdem weiß ich, dass er eine große Erleichterung sein wird in der täglichen Küchenschlacht. Anscheinend sind auch noch andere zu diesem Ergebnis gekommen, denn die Lieferzeit beträgt 11 Wochen.

In ein paar Wochen werd ich Dir also näheres berichten und Dich teilhaben lassen an unseren Abenteuern in der Küche. Du hast schon einen?? Dann schreib doch unten ein kurzes Kommentar und sag mir wie zufrieden Du bist. Würd mich interessieren.
Bis bald und lass uns gemeinsam vergnügt kochen!
Herzliche Grüße, Deine Claudia

PS: Bevor mich jemand für den Titel steinigt – Lest ihn mit einem Augenzwinkern!
PPS: Dem Mann des Hauses 1000 Küsse fürs möglich machen!

Kommentare:

  1. Hallo Claudia,

    dieser Blogbeitrag kam mir wirklich sofort vertraut vor. Der Thermomix war plötzlich nicht nur in aller Munde, sondern auch in immer mehr Küchen meiner Familienmitglieder und Freunde zu finden. Obwohl ich bisher dachte beim Kochen eher oldschool zu sein, muss ich beim Blick auf den eigenen Thermomix in meiner Küche doch zugeben, dass es sich echt gelohnt hat über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Selbst meine Kinder lieben es süße Brotaufstriche zuzubereiten und das ohne die Küche dabei in ein Schlachtfeld zu verwandeln.

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