Kindheitserinnerungen

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Über 30 Jahre ist es her, dass ich in Ferienzeiten frühmorgens aus dem Haus ging und erst abends wieder zurückkehrte. Die Verpflegung trug ich am Rücken und sonst war nichts nötig, außer all das was ich vor der Haustür fand. Weite Felder, schmale Straßen auf denen nur selten ein Auto fuhr, verwilderte Grundstücke mit großen Bäumen und ein altes verlassenes Haus mit all seinen Geheimnissen. Meine Güte hatten wir Spaß. Soviel, dass ich mich noch heute an die knorrigen Äste des „Ziwalebams“ und all die Abenteuer erinnere, die wir auf und unter ihm erlebt haben. Dass ich noch weiß, wie schaurig schön wir in dem verlassenen Haus nach Schätzen gesucht haben und noch den Geschmack und das Knirschen des Sauerampfers zwischen meinen Zähnen spüre.

Am Ende eines langen und glücklichen Tages sind wir dann alle die staubige Straße entlang marschiert, die uns wieder nach Hause gebracht hat. Wenn wir da so gingen, völlig erdverschmiert, mit Grasflecken auf der Kleidung und Sand in den Ohren, da wussten einige meiner Freunde schon, dass es keinen schönen Empfang geben würde daheim. Es war zu viel zerrissen und zu viel verdreckt. Während des Tages kümmerte es uns nie, nur am Heimweg wappneten sich einige gegen das unausweichliche Donnerwetter. Was ich aber ebenfalls noch glasklar erinnere ist, dass ich zu denen gehörte die sich diesbezüglich nie Sorgen gemacht haben. Meine Mutter hat nämlich nicht ein einziges mal mit mir geschimpft, wenn ich starr vor Dreck, oder mit zerrissenen Kleidern heim kam. Meistens lachte sie, manchmal erntete ich einen Stoßseufzer aber niemals gab es einen Vorwurf. Diese absolute Unbeschwertheit, mit der ich nach Hause ging – ganz egal wie sehr ich den Tag auch umarmt hatte – die ist eine meiner schönsten Kindheitserinnerungen. Dieses Gefühl möchte ich auch meinen Jungs mitgeben. Leider sind sie nicht mehr ganz so frei, weil wir nicht abgeschieden und autofrei wohnen wie ich damals, aber im Rahmen des Möglichen sollen sie unbedingt Kind sein. Wenn wir also abends heim kommen und sie aussehen wie kleine Kohlebergwerkarbeiter, sie das Badewasser in dunkelbraune Moorlandschaften verwandeln und ein schelmisches Glitzern in den Augen und ein Lächeln auf den Lippen tragen – dann weiß ich, dass es ein guter Tag war!

Um so einen Tag perfekt zu beschließen bedarf es auch eines guten Essens, bei dem man nochmal alle Abenteuer besprechen und die familiäre Gemeinschaft spüren kann. Es braucht ein Wohlfühlessen, das den Magen und das Herz wärmt und trotzdem rasch auf dem Tisch steht. An solchen Abenden koche ich gern Faschierte Laibchen (die Masse steht schon vorbereitet im Kühlschrank) und Kohlrabigemüse dazu. Das geht ganz fix und ist gesund. Am wichtigsten ist aber, meine zwei Entdecker mit Flausen im Kopf, lieben das Rezept. Nachdem das Wetter heute so schön ist, pack ich lieber den Rucksack und wir gehen los. Das Rezept findest Du gleich unter dem Artikel!

Lass uns gemeinsam vergnügt kochen!
Herzliche Grüße
Claudia

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