Entspannung

marme1

Das Wichtigste in der Früh: Kaffee, Kaffee und dann auf alle Fälle noch Kaffee. Das Zweitwichtigste: Die Zeitung. Damit das Frühstück aber auch wirklich entspannend verläuft, brauche ich noch ein Marmeladenbrot. Am Liebsten mit Marillenmarmelade. Die kann man kaufen, klar das geht. Eventuell hat man sogar Bezugsquellen, von denen man selbstgemachte Marmelade bekommen kann. Oder – die beste Variante – man macht sich seine Marmelade selber! Dann kriegt man sie genauso fruchtig wie man sie am Liebsten mag. Keine Kompromisse mehr – einfach genau nach dem eigenen Geschmack.

Das Schönste daran, Marmelade kochen macht richtig Spaß und ist herrlich entspannend. 1500g Früchte waschen, auf Druckstellen kontrollieren und anschließend gemütlich klein schnippeln. Anschließend mit dem Stabmixer etwas durchmixen. Ich persönlich mag es nicht wenn die Marmelade nach Babybrei aussieht und schmeckt – dementsprechend dezent wird der Stabmixer genutzt. Danach gebe ich auf die 1500g Früchte, 500g Gelierzucker 3:1 ( Ich mag es sehr fruchtig, darum wähle ich als Verhältnis 3:1, aber es muss trotzdem noch nach Marmelade schmecken, daher lass die Finger von Zuckerersatzstoffen. Es schmeckt einfach nicht) und einen kleinen Löffel Zitronensäure. Gelierzucker und Zitronensäure unter die kalte Fruchtmasse rühren. Danach die Masse unter Rühren aufkochen und ca. 5 Minuten kochen lassen. Randvoll in sterilisierte Gläser füllen, luftdicht verschließen und sich aufs Genießen freuen.

Apropo Gläser: Natürlich kann man die Marmelade in ausgewaschene Gurken-, Honig oder andere Industriegläser füllen. Funktioniert wunderbar. Ist nur etwas trostlos fürs Auge. Ich mag es wenn der Frühstückstisch schön gedeckt ist und da machen sich schöne Gläser einfach besser. Ist eine einmalige Investition die sich lohnt. Ich mag am liebsten die klassischen Rundgläser von Weck oder noch lieber die Einmachgläser der Firma „Kilner“. Die sind wirklich wunderschön gemacht. Ach ja, falls Du aufs Rezept wartest – alles was zu tun ist, steht schon oben, mehr ist nicht dran. Easy oder? Also gönn Dir den Spaß, nutze die vollen Obstkörbe am Wochenmarkt und koch Dir Deine Marmelade doch mal selbst!

Verstärkung

Nils_Blog_SW

Vor ein paar Wochen haben Leo und Emil Verstärkung bekommen. Um es mit Emils Worten zu sagen „Wir haben jetzt einen neuen, kleinen Bruder!“ Nils heißt unser drittes Wunder und wir alle sind hingerissen und schwer verliebt, sogar die zwei Großen. Sie kümmern sich mit Hingabe um den kleinen Mann. Ob Nils einen Schnuller braucht oder mal nach ein paar Runden Bespaßung verlangt, meine zwei Großen stehen an vorderster Front. Ich bin ehrlich – in solchen Momenten geht mein Mutterherz über vor Rührung!

Ich koche nach wie vor täglich und liebe es, nur die Fotografie hat sich auf ein neues Lieblingsmotiv verlagert. Zur Zeit will ich keine Suppen oder Torten verewigen, sondern nur die vielen kleinen und bezaubernden Momente einfangen, die sich mit Nils, Emil und Leo jeden Tag ergeben. Ich sammle diese Erinnerungen, banne sie auf Papier und hüte sie wie einen Schatz. Vor allem genieße ich die Zeit mit den Lausbuben und will keine Minute davon missen.

Ich hoffe Du verstehst, dass ich keinen kostbaren Augenblick versäumen möchte und mein Blog daher einige Zeit ruhen wird. Stöbere einfach durch die Rezepte die da sind und sei Dir sicher, wenn die Zeit reif ist werden wieder neue hinzu kommen. Bis dahin kann ich Dir nur empfehlen das Gleiche zu tun wie ich: Genieß den Moment, sei einfach glücklich und umgib Dich nur mit Menschen, die Du wirklich bei Dir haben willst!

Neue Heimat

Kochbuecherregal

Es ist vollbracht. Naja fast, also so gut wie … beinahe eben. Wir haben 140m2 verteilt auf 4 Ebenen in Kisten verpackt um sie 90 km weiter wieder auszupacken. Ehrlich gesagt – sollte mir irgendjemand ein Einzugsgeschenk verpackt in einem Karton / Schachtel mitbringen, krieg ich einen veritablen Schreikrampf ausgelöst durch eine hochgradige Kartonallergie. Du weißt sicher was ich meine – wir alle haben dieses Ein-, Um- und Ausgepacke schon hinter uns gebracht. Trotz all der Mühe und des Wahnsinns – es ist gut hier zu sein. Wir haben uns vom ersten Augenblick an wohl gefühlt.

Endlich erfüllt sich auch mein Traum von einem Platz an dem alle meine Kochbücher vereint sind. Praktischerweise gleich bei uns in der Küche. So kann ich gemütlich schmökern um einen Meter weiter gleich mit den Töpfen zu klappern. Genau das werde ich jetzt auch endlich wieder tun, da ich den Kopf frei und genügend Zeit habe. Das ganze Tohuwabohu war auch der Grund warum Du so lange nichts mehr von mir gehört hast, was sich ab jetzt schlagartig ändert.

Heute beginnt ja der Herbst und mit ihm meine allerliebste Jahreszeit. Ich sag nur Kürbis, Maroni, Feigen, riesige Schüsseln mit dampfendem Eintopf und die süße Wiener Hauptspeisenküche! Wenn ich es mir recht überlege tausche ich die Tastatur jetzt gleich gegen meine Kochschürze und mach mich ans Mittagessen.

In diesem Sinne bis bald und lass uns gemeinsam vergnügt kochen!
Herzliche Grüße Claudia

Die Zeugen Jehovas der Küchengeräte

Thermomix_1024x683

Die „Zeugen Jehovas für Küchengeräte“ hatte ich mir anders vorgestellt. Irgendwie nicht so sympathisch und unaufdringlich. Genau so wirkt die Frau aber, die mit zwei riesigen schwarzen Koffern vor meiner Haustüre steht. Darauf das unverkennbare Emblem und Grund Ihres Besuches: Nein ich meine nicht Tupper Ware, ich meine Thermomix. Warum ich sie überhaupt eingeladen habe – tja die Geschichte beginnt vor ca. 3 Jahren …

Ich war gerade in die Nähe von München gezogen und hatte da jemanden an der Backe … eine ziemlich aufdringliche und leider langweilige Vertreterin des weiblichen Geschlechts, der ich, aus geografischen Gründen, mehr schlecht als recht aus dem Weg gehen konnte. Jedenfalls hatte die Dame einen Thermomix – aber leider sonst wenig Talent oder Verstand zum Kochen. Ich gestehe! Ich ließ mich hinreißen. Zu einem ziemlich platten Vorurteil. Der Thermomix ist also was für Leute die nicht kochen können! Damit war das Thema für mich erstmals erledigt.

In einem Sommerurlaub in einer entzückenden kleinen Pension am schönen Wörthersee, traf ich ihn dann wieder. Er stand unschuldig in der Pensionsküche und grinste mich an. Ich hatte nämlich nach dem Rezept für eine umwerfende Pflaumenmarmelade gefragt. Die Pensionswirtin ließ mich freudig an ihrem Einkochrezeptschatz teilhaben – aber nicht ohne auf die, für sie unverzichtbare, ultimative Küchenhilfe hinzuweisen. Sie pries den Thermomix in den höchsten Tönen, immer ein verzücktes Lächeln auf den Lippen. 30 Minuten später war ich nachdenklich und um ein umfassendes Prospekt des Wunderdings reicher.

Wieder ein paar Monate später fühlte ich mich dann schlichtweg verfolgt – in der Küche meiner lieben Freundin Sandra stand er doch glatt auch! Jetzt war ich nicht nur nachdenklich sondern neugierig. Sandra und ihr Mann Markus sind nämlich erstens leidenschaftliche und zweitens ausgezeichnete Köche. Was zur Hölle machen also ausgerechnet diese Beiden mit dem Ding? Jetzt wollte ich es wissen. Ich wurde mutig. Nach ein paar Klicks im Internet und der Bekanntgabe meiner Daten hat sich dann eine sehr sympathische Dame gemeldet um, wie sie sagte, all meine Zweifel auszuräumen. Ich blieb skeptisch. Ich war kampfbereit. Ich wollte es genau wissen. Sie sollte mir also zeigen, wie der Thermomix mit Hefeteigen (für Brot, Pizza und Kuchen) fertig wird und ob er imstande ist, Butter Zucker und Eier so schaumig aufzuschlagen, dass das Ergebnis eine wunderbar fluffige Biskuitrolle ergeben würde. Die Dame am Telefon war seltsam entspannt. Ich sollte nur die nötigen Zutaten zu Hause haben und vom Rest könnte ich mich dann live überzeugen. Die hatte Mut!

Es ist ja so, ich kann heute zu einem Elektronikmarkt fahren und mir ein solches Multifunktionsgerät kaufen. Beraten wird mich wahrscheinlich ein netter Herr, der von Kochen und Backen wenig bis keine Ahnung hat, mir aber trotzdem das Blaue vom Himmel verspricht. Zu hause angekommen merke ich dann, das das Gerät nicht mal ansatzweise hält was es verspricht und entsorge es dann, nach ein paar Fehlversuchen, in der hintersten Ecke meiner Küchenschränke. Da hatte ich doch schon ein wenig Respekt vor der „Thermomixfrau“, dass sie sich so mir nichts dir nichts in meine Küche traut um mir die Werbeprospektversprechungen auch zu beweisen.

So stehen wir also hier. Sie hebt mir einem Handgriff die Zaubermaschine auf meine Arbeitsfläche und ich krame nach den Zutaten. Es wird spannend. Das Gerät sieht ein bisschen anders aus als das von Sandra. Es ist schon die neue Generation mit Touch Screen und Rezeptchip. Ist ja nett, aber ich bin immer noch skeptisch. Wir kippen die Zutaten in die Schüssel, wählen das Programm und haben plötzlich 12 Minuten Zeit. Wir plaudern, blättern uns durch die Thermomixkochbücher und warten. Es piepst, meine Ansprechpartnerin lächelt milde und weist mich an, das Ergebnis zu begutachten. Ich bin – nach Öffnung des Deckels – schlicht sprachlos. Das kommt selten vor, sehr selten. Die Masse ist nahezu perfekt. Das Ergebnis ein Traum. Ein paar Minuten später kann ich mich vom fertigen Hefeteig überzeugen. Ebenso perfekt. Ebenso völlig mühelos und zeitUNintensiv für mich wie der erste Teig.

Das sind jetzt aber nur zwei Möglichkeiten von vielen! Das Wunderding kann Dampfgaren, Mixen, Kneten und den Kochlöffel schwingen – im wahrsten Sinne des Wortes. Tja was soll ich sagen, ich hab ihn bestellt. Das Teil ist teuer ohne Ende, trotzdem weiß ich, dass er eine große Erleichterung sein wird in der täglichen Küchenschlacht. Anscheinend sind auch noch andere zu diesem Ergebnis gekommen, denn die Lieferzeit beträgt 11 Wochen.

In ein paar Wochen werd ich Dir also näheres berichten und Dich teilhaben lassen an unseren Abenteuern in der Küche. Du hast schon einen?? Dann schreib doch unten ein kurzes Kommentar und sag mir wie zufrieden Du bist. Würd mich interessieren.
Bis bald und lass uns gemeinsam vergnügt kochen!
Herzliche Grüße, Deine Claudia

PS: Bevor mich jemand für den Titel steinigt – Lest ihn mit einem Augenzwinkern!
PPS: Dem Mann des Hauses 1000 Küsse fürs möglich machen!

Kindheitserinnerungen

schmutzige_Haende_1024x683

Über 30 Jahre ist es her, dass ich in Ferienzeiten frühmorgens aus dem Haus ging und erst abends wieder zurückkehrte. Die Verpflegung trug ich am Rücken und sonst war nichts nötig, außer all das was ich vor der Haustür fand. Weite Felder, schmale Straßen auf denen nur selten ein Auto fuhr, verwilderte Grundstücke mit großen Bäumen und ein altes verlassenes Haus mit all seinen Geheimnissen. Meine Güte hatten wir Spaß. Soviel, dass ich mich noch heute an die knorrigen Äste des „Ziwalebams“ und all die Abenteuer erinnere, die wir auf und unter ihm erlebt haben. Dass ich noch weiß, wie schaurig schön wir in dem verlassenen Haus nach Schätzen gesucht haben und noch den Geschmack und das Knirschen des Sauerampfers zwischen meinen Zähnen spüre.

Am Ende eines langen und glücklichen Tages sind wir dann alle die staubige Straße entlang marschiert, die uns wieder nach Hause gebracht hat. Wenn wir da so gingen, völlig erdverschmiert, mit Grasflecken auf der Kleidung und Sand in den Ohren, da wussten einige meiner Freunde schon, dass es keinen schönen Empfang geben würde daheim. Es war zu viel zerrissen und zu viel verdreckt. Während des Tages kümmerte es uns nie, nur am Heimweg wappneten sich einige gegen das unausweichliche Donnerwetter. Was ich aber ebenfalls noch glasklar erinnere ist, dass ich zu denen gehörte die sich diesbezüglich nie Sorgen gemacht haben. Meine Mutter hat nämlich nicht ein einziges mal mit mir geschimpft, wenn ich starr vor Dreck, oder mit zerrissenen Kleidern heim kam. Meistens lachte sie, manchmal erntete ich einen Stoßseufzer aber niemals gab es einen Vorwurf. Diese absolute Unbeschwertheit, mit der ich nach Hause ging – ganz egal wie sehr ich den Tag auch umarmt hatte – die ist eine meiner schönsten Kindheitserinnerungen. Dieses Gefühl möchte ich auch meinen Jungs mitgeben. Leider sind sie nicht mehr ganz so frei, weil wir nicht abgeschieden und autofrei wohnen wie ich damals, aber im Rahmen des Möglichen sollen sie unbedingt Kind sein. Wenn wir also abends heim kommen und sie aussehen wie kleine Kohlebergwerkarbeiter, sie das Badewasser in dunkelbraune Moorlandschaften verwandeln und ein schelmisches Glitzern in den Augen und ein Lächeln auf den Lippen tragen – dann weiß ich, dass es ein guter Tag war!

Um so einen Tag perfekt zu beschließen bedarf es auch eines guten Essens, bei dem man nochmal alle Abenteuer besprechen und die familiäre Gemeinschaft spüren kann. Es braucht ein Wohlfühlessen, das den Magen und das Herz wärmt und trotzdem rasch auf dem Tisch steht. An solchen Abenden koche ich gern Faschierte Laibchen (die Masse steht schon vorbereitet im Kühlschrank) und Kohlrabigemüse dazu. Das geht ganz fix und ist gesund. Am wichtigsten ist aber, meine zwei Entdecker mit Flausen im Kopf, lieben das Rezept. Nachdem das Wetter heute so schön ist, pack ich lieber den Rucksack und wir gehen los. Das Rezept findest Du gleich unter dem Artikel!

Lass uns gemeinsam vergnügt kochen!
Herzliche Grüße
Claudia

Führungsqualitäten

Schweinehund

Führungsqualitäten beweisen – muss man ganz oft. Ich natürlich auch – erst kürzlich. Die meisten meiner Mitarbeiter sind wundervolle, konstruktive Teile meines Lebens. Sie bereichern mich, versorgen mich mit Ideen, hören zu wenn’s mal nicht so läuft und haben zumeist ein paar aufmunternde Worte für mich. Aber ich bin hier mal ehrlich, es gibt auch welche, die sich aus Prinzip immer querlegen. Die miese Stimmung machen, immer dagegen sind und prinzipiell neue Projekte sabotieren. Du wirst es Dir schon denken – dann sind natürlich ernste Worte angebracht. Dieses Gespräch ist natürlich auch mir nicht erspart geblieben! Nachdem nämlich mein Projekt „Babyspeck“ phänomenal gescheitert ist, habe ich ein ernstes Wort mit dem „Owizara“ meines Teams gesprochen.

Was soll ich sagen – mein innerer Schweinehund war nicht begeistert. Ich meine – ich hab ja keinen Konfettiregen oder Standing Ovations für meine Ansprache erwartet, aber zumindest Entgegenkommen oder Verständnis. Stattdessen hat er sich ins Schmollwinkerl verzogen und Proteste angekündigt, sollte ich, O-Ton Schweinehund: „ … die hinrverbrannte Scheiße mit mehr Bewegung und die fucking Idee mit weniger Süßkram ...“ tatsächlich Realität werden lassen. Du siehst schon, auch an seiner Ausdrucksweise müsste man dringend arbeiten, aber *seufz* wann soll ich denn das auch noch machen …

Jedenfalls ist mein innerer Schweinehund absolut nicht zum Einlenken bereit. Er ärgert mich, er drangsaliert mich und er stellt mich richtig auf die Probe. Aber nachgeben ist nicht – ich meine wo kämen wir da hin, wenn ich kampflos den Chefsessel räumen würde! Da ich aber natürlich Kilometer an Mitarbeiterführungsfachliteratur gelesen habe und auf „Du + Du“ mit Freud, Adler und Jung bin, ist mir natürlich klar, dass ich ihm einen Kompromiss bieten muss. In meinem Fall also Rezepte, die meine Pläne nicht vereitelt gleichzeitig aber meinen inneres Schweinehündchen versöhnlich stimmen …

Dein Blick schweift nach unten, nach dem Rezept suchend – dein Blick wird fragend: Wo bitteschön ist denn das Rezept? Die schonungslose Wahrheit: Es gibt keines – noch nicht! Ich bin nämlich weiterhin ratlos, sprachlos und ideenlos. Um diesem unbefriedigenden Zustand Abhilfe zu verschaffen, verabschiede ich mich hier von Dir und wälze jetzt ein paar Kochbücher. Keine Sorge, Du hörst wieder von mir – bald! Ich melde mich asap mit Rezepten für kleine, lästige Schweinehunde. Falls Du tatsächlich keinen hast dann freu Dich einfach über neue Ideen und bitte melde Dich und sag mir wie Du Deinen losgeworden bist!

Lass uns gemeinsam vergnügt kochen!
Herzliche Grüße
Claudia

Trau Dich & genieß das Leben!

TrauDich

Du kennst das sicher. Der Tag hat eigentlich nie genug Stunden. Zwischen Job, Kindern und sonstigen Verpflichtungen taumeln wir manchmal ganz schön hin und her. Das ist das Leben und im Grunde sind wir glücklich so wie es ist, auch wenn es manchmal ziemlich anstrengend sein kann. Ich weiß nicht ob Du das auch kennst – vielleicht gehörst Du ja zu den wenigen Glücklichen die bisher verschont geblieben sind – aber zu all dem Alltagswahnsinn gesellt sich recht gerne auch noch eine spezielle Art von Menschen.

Die Nörgler, Zeiträuber und „Runterzieher“. Menschen die glauben sie dürften über Dich und Deine Zeit verfügen. Menschen die am liebsten alles negativ und beschwerlich sehen. Menschen die Dir – um es höflich zu formulieren – nicht gut tun. Meist versucht man mit ihnen zu leben. Zumeist bildet man sich auch ein, dass man das aus sozialen, gesellschaftlichen oder familiären Verpflichtungen heraus auch muss. Ganz ehrlich – das ist Blödsinn!

Im Grunde muss man nur eines – Gelegenheiten finden und auch aktiv schaffen in denen das Leben gut zu einem sein kann. Wenn Du glücklich bist, geht es auch den Menschen die Dir wichtig sind gut. Ich geh noch einen Schritt weiter – all die Nörgler, Raunzer und übergriffigen Energieräuber schmeiß ich aus meinem Leben. Welch befreiender Gedanke. Denk mal drüber nach wie viel Zeit Du plötzlich hast wenn Du Dich nicht mehr verpflichtet fühlen musst diese Quertreiber in Deinem Leben mitzuschleppen. Wichtig sind doch Deine Herzensmenschen!

In diesem Sinne: Es naht der Valentinstag! Wie wär’s mit ein paar gemütlichen Stunden mit Deinem / Deiner Liebsten? Du ahnst es schon – bei mir läuft das ganze auf gutes Essen raus. Diesmal ein superleichtes Rezept, das enorm viel hermacht – meine Valentinstags Blinis. Schwing den Kochlöffel und genieß den Valentinstag. Ach ja – und genieß auch alle restlichen Tage dieses schönen, verbleibenden Jahres.

Lass uns gemeinsam vergnügt kochen!
Herzliche Grüße Claudia

Happy New Year!

silvester 2014

Es war ein wunderbares, ereignisreiches, fröhliches, ernüchterndes, strahlendes, auch ein trauriges aber doch glückliches 2014. Ich freu mich auf ein neues Jahr mit hoffentlich vielen Gelegenheiten zum Lachen, Schreien, Jauchzen, Nachdenken, Träumen, und glücklich sein. Ich freu mich einfach auf ein 2015er voller Leben und natürlich Liebe.

Ein Kuss an meinen Mann und meine zwei Söhne – wie wunderbar, dass es Euch gibt. Ihr seid alles was zählt.
Eine innige Umarmung an meine Mama – meine allerbeste Freundin.

Euch allen ein bombastisches neues Jahr mit vielen Träumen und vor allem viel Kraft, Glück und Leidenschaft um die Besten davon auch umzusetzen!
Herzlichst, Claudia

Keks auf Rezept

gesunde Kekse

Seit August stehen sie in Reih und Glied im Regal: Lebkuchen, Zimtsterne, Dominosteine und Schokonikoläuse in allen erdenklichen Variationen. Genauso lange habe ich auch schon die Diskussion mit meinen Söhnen, wann wir denn endlich etwas davon mit nach Hause nehmen. Ich finde ja gar nix dabei, dass meine Kinder auch mal was Süßes essen und sich an Schokolade und Keksen freuen. Für mich als Mutter ist es trotzdem jeden Tag eine Herausforderung einen guten Weg für mich und meine Familie zu finden. Ein striktes Verbot und unendliche Diskussionen halte ich für völlig fehl am Platz genauso wie einen unreflektierten Weg des Überflusses. Am beschwerlichsten empfinde ich die Suche nach einem sinnvollen Weg im Dezember. Ich sag nur: Adventskalender, Nikolaus, Weihnachtskekese & Co.

Offensichtlich geht es auch anderen Müttern ähnlich, denn fast zeitgleich fragten mich zwei Freundinnen ob ich nicht eine gesunde Variante eines Keksrezeptes hätte. Die eine brauchte es explizit als gesunden Weihnachtskeks. Die andere als „all year long – goodie“, um dem Sohnemann den Fußmarsch vom Kindergarten bis nach Hause schmackhaft zu machen. Naja und bei der Vorgabe „gesund & Keks“ war selbst ich kurz ratlos. Falls Du nun möglicherweise glückselig auf ein gesundes Keksrezept wartest, dass man ohne Reue immerzu & in großen Mengen genießen kann – die muss dich enttäuschen! Trotzdem bin ich, mit ein paar Einschränkungen, fündig geworden.

Nachfolgend gibt es ein Keksrezept, dass zwar auch genügend Kalorien enthält, aber sonst mit sehr guten und – für Körper und Geist – wertvollen Zutaten aufwartet. In diesen Keksen steckt ganz viel Kraft aus Gewürzen. Ganz wichtig dabei ist – alle Gewürze sollen nur in kleinen Mengen konsumiert werden! Das gilt auch für diese Kekse: Kinder sollten nicht mehr als 3 Stück am Tag und Erwachsene nicht mehr als 10 Stück am Tag essen! Die Wundermischung enthält Zimt, Muskatnuss und Nelken in gemahlener Form:

ZIMT: Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Zimt – den echten und teuren Ceylon-Zimt und den billigen Kassia- Zimt (aus China). Ihr solltet immer, wirklich immer versuchen Ceylon Zimt zu bekommen!! Lest das kleingedruckte auf der Packung. Nicht nur das der Kassia Zimt weder das gute Aroma noch die wertvollen Inhaltstoffe hat – er enthält auch in großen Mengen den giftigen Stoff Cumarin, der leberschädigend sein soll. Der teure Ceylon Zimt enthält diesen Stoff zwar auch, aber in viel geringeren Mengen! Wer meint darauf kommt’s doch nicht an, der sollte mal bei Ökotest oder Foodwatch nachlesen. Der Zimt den man übers. Müsli, den Getreidebrei oder Kekse zu sich nimmt, sollte auf alle Fälle der Gesundheit zuträglich sein und nicht umgekehrt. Vorsicht ist auch geboten bei industriell gefertigten Produkten wie z.B.: Zimtsternen. Bei Fertigprodukten wird fast immer der billige Kassia Zimt verwendet. Ceylon Zimt hat aber sehr viele gute Eigenschaften: er ist „wärmend“, kurbelt die Produktion von Verdauungsenzymen und senkt den Blutzuckerspiegel.
MUSKATNUSS: Sollte ebenfalls nur in geringen Mengen konsumiert werden und dann entfaltet sie auch ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften. Die Substanzen ihres ätherischen Öls wirken antibakteriell, entzündungshemmend sowie entkrampfend und unterstützen die Leber.
NELKEN: wirken entzündungshemmend

Das Rezept für die Kekse ist ein „Hildegard von Bingen“ Rezept. Hildegard von Bingen war eine Benediktineräbtissin aus dem 11. Jahrhundert, die sich intensiv mit Fragen zur richtigen und gesundheitsfördernden Ernährung beschäftige. Diese Lehre hat bis heute Bestand und ist aktuell wie nie. Es geht darum saisonale und regionale Produkte aus ökologischer Landwirtschaft zu verwenden und einzelne Lebensmittel auch als Heilmittel (ähnlich der chinesischen Medizin) einzusetzen. Die „Nervenkekse“ sind also durchaus gesund und wohltuend für den Körper, dürfen aber – wie eine Arznei – nicht über dosiert werden! Ein Keks auf Rezept, sozusagen. Probiere die Kekse mal beim nächsten Nachmittagstief als kleinen Muntermacher aus. Zumindest das „Süßkram – schlechte Gewissen“ darfst Du dabei getrost wieder weg schicken.

Lass uns gemeinsam vergnügt kochen!
Herzliche Grüße, Claudia

PS: Das Rezept findest Du gleich hier unten!

Sei frech und wild und wunderbar!

Sei frech und wild und wunderbar

Ich hatte eine richtig wilde Kindheit! Ich bin mit Madita von Scheunendächern gesprungen, war mit Kalle Blomquist auf Verbrecherjagd, mit Michel durfte ich so einige Holzmännchen schnitzen und wenn Ronja Räubertochter gegen die Borkasippe vom Leder zog, war ich immer live dabei. Besonders gemütlich fand ich es immer in Bullerbü. Um die Weihnachtszeit, wenn am Nordhof Pfefferkuchen gebacken wurden, oder im Sommer wenn sich Lasse, Bosse Inga und ihre Freunde mit einem reich gefüllten Picknickkorb, auf Abenteuerjagd wagten. Ich habe sie geliebt, die Bücher von Astrid Lindgren und freue mich jedes mal darauf, wenn ich meinen Jungs daraus vorlesen kann. Der Frechdachs Michel hat es Ihnen ganz besonders angetan … gottseidank haben wir keine Suppenschüssel im Schrank und auch keine Fahnenstange im Garten, sonst könnte ich bei den zwei Lausern für nichts garantieren…

Ich mochte die wilden Jungs und Mädchen einfach, die sich in jedes Abenteuer gestürzt haben und sich niemals nicht hätten verbiegen lassen, von den Erwachsenen. Seit dieser Zeit habe ich eine ganz besondere Beziehung zu Schweden. Obwohl ich in meinem ganzen Leben noch nicht dort war, fühle ich mich beim Gedanken an das Smaland irgendwie wie zu Hause. Wenn ich etwas gelernt hab von meiner Mama dann, dass ich wunderbar bin genauso wie ich bin, dass man auch als Frau stark sein darf & soll und dass ich mein Leben so leben soll wie ich es für richtig empfinde! Sicherlich gibt es immer mal wieder Leute die meinen das Recht zu haben, sich einmischen zu können. Die glauben sie dürften einem ihre Normen, Regeln und altertümlichen Zwänge aufdiktieren. Ja, es gibt sie – aber diese Menschen werden niemals einen wahren und wirklichen Platz in den Herzen ihrer Mitmenschen und Familie finden. Und wenn Du ganz genau hinschaust, erkennst Du auch, dass diese unzufriedenen, harten und freudlosen Menschen ihr eigenes Leben nie gelebt haben und deshalb umso härter darum kämpfen in ein anderes bestimmend einzugreifen. In den Büchern von Astrid Lindgren durften die Kinder frech und wild und wunderbar sein und ich bin es einfach auch als Erwachsene geblieben – Danke Mama! Wahrscheinlich habe ich aber auch so eine besondere Beziehung zu Schweden, weil in all diesen Büchern gutes Essen ebenso wichtig war wie gute Abenteuer. Wenn also Madita mit ihrer Schwester Lisbeth zu Abbe spazierte, um ihm bei der Produktion von Zuckerkringeln zuzuschauen, dann konnte ich sie riechen und fast sogar schmecken, die herrlich buttrigen, süßen Teilchen.

Es wird Dich also nicht verwundern, dass ich eine besondere Schwäche für schwedische Kochbücher habe. Ich könnte stundenlang darin schmökern und danach schwedisch Auftischen. Ein Rezept möchte ich heute mit Dir teilen. Eines das aus 3 Hauptzutaten besteht und unglaublich simpel ist und trotzdem wahnsinnig lecker. Es ist ein Kartoffel-Sardellen Auflauf der im Ofen knusprig überbacken wird. Egal in welches schwedische Kochbuch Du schaust – „Jansons Versuchung“ ist immer dabei. Falls Du Lust auf ein bisschen Schwedenfeeling hast, findest Du unten das Rezept. Ein Klick und schon bist Du dort.

Lass uns gemeinsam vergnügt kochen!
Herzlichst, Deine Claudia

St. Martin und das 21. Jahrhundert

St Martin Tisch Laterne

Der November ist bei uns geprägt von Nebel, Nebel und nochmal Nebel. Das wir in der seidig, grauen Brühe regelrecht versinken, liegt wohl auch daran, dass wir mitten im Moor – Naturschutzgebiet wohnen. Ganz ehrlich – so in der Vorweihnachtszeit finde ich den Nebel eigentlich ganz schön. Je grauslicher das Wetter, desto gemütlicher ist’s zu Hause. Den November Höhepunkt bildet für mich immer der St. Martins Tag. Allerorts ziehen die Kinder mit ihren liebevoll, selbstgebastelten Laternen durch die Straßen. Ihre kleinen roten Backen glühen dabei vor Stolz – mindestens genauso hell – wie das Licht das sie tragen.

Ich muss gestehen – ein bisschen wehmütig bin ich aber schon! Früher waren die Laternen immer mit (gut festgeklebten) Teelichtern bestückt. Da gab es einen Hauch von Spannung, ob das Lichtlein brav brennt oder durch, ach zu en­thu­si­as­tisches Gewackel und Geschauckel der Laterne, frühzeitig ausgeht. Ein bisschen enttäuscht war ich also, als mein Großer und ich, letztes Jahr das erste Mal durch die dörflichen Straßen gewandelt sind. In seiner Laterne flackerte nämlich kein Kerzlein. Nun, geflackert hat es schon! – Leider war’s aber eine LED Lampe, die aufgrund offensichtlicher Qualitätsmängel, keinen Dauerschein zustande brachte. Naja und das die selbstgebastelte Laterne an einem rot-blau-gelben Plastikrohr hing, statt an einem rustikalen Holzstab, fand ich nun auch nicht so prickelnd. Sei es wie es sei – die neue Mode mit den Glühbirnenlaternen hat sicher ihre Berechtigung wenn man das Ganze aus der Sicht „Unfallvermeidung / Verbrennungen“ betrachtet.

Auf der anderen Seite fehlte mir ohne die Kerzen aber etwas. Damit die Kids trotzdem den besonderen Zauber eines Kerzenscheins in einer Laterne nachempfinden können, haben wir uns kurzer Hand eine Tischlaterne gebastelt. Denn die Technik die bei vielen St- Martins Laternen zur Anwendung kommt, funktioniert auch hervorragend auf Glas. So stehen neuerdings zwei leuchtend rot und gelb beklebte Gläser auf unserem Esstisch, die uns bei jedem Essen wunderbar leuchten. Das Highlight dabei – am Schluss, die Kerzen mit großem Gepuste und viel Gelächter ausblasen. Tja und wenn der Kerzenrauch sich dann ganz geheimnisvoll aus der Öffnung kringelt, werden sogar meine Jungs ganz still. Kurzzeitig jedenfalls.

St Martin TischlaterneDie Laterne ist ganz leicht selber zu machen:
1. Seidenpapier (in den gewünschten Farben) in kleinere Stücke reißen
2. Ein altes, sauberes Marmeladenglas stückchenweise mit Tapetenkleister (dünn auftragen) bestreichen
3. Das Seidenpapier überlappend auf den Leim drücken und nochmals mit dem, in Leim getauchten Pinsel, darüber malen
4. trocknen lassen und mit einem Teelicht bestücken
Fertig!

Viel Spaß und besinnliche Stunden.
Besonders gut schmeckt im Laternenschein ein Stück selbstgemachter Zitronenkuchen!
Das Rezept findest Du gleich unten. Einfach klicken und schon bist Du dort.

Lass uns gemeinsam vergnügt kochen!
Herzliche Grüße, Deine Claudia